Facebook, das größte soziale Netzwerk im Internet, wird in den kommenden Wochen die größte Neuerung seiner Geschichte für alle angemeldeten User ausfahren: mit Timeline sollen die Userprofile noch transparenter und umfangreicher werden, als sie es bislang sind, und Daten der angemeldeten Mitglieder sollen zum zentralen Punkt aller Kommunikation werden.

Während Facebook zur Zeit noch auf dem System einer Visitenkarte mit aktuellen Statusmeldungen basiert, wird die Funktion in Zukunft eher die eines vollständigen Portfolios einnehmen. Jeder User kann dann jeden Zeitpunkt seines Lebens  – Vergangenheit, Gegenwart, Zukunft – benennen und einkategorisieren. Von der Geburt über die Einschulung bis zum 1. Mal, der Fantasie bleiben keine Grenzen.

Doch mit dieser Neuerung, die viele vielleicht auf dem ersten Blick als Positiv bewerten würden, kommen auch Gefahren der Datensicherheit, denn viele Aspekte, Statusmeldungen und Updates werden nun auch automatisch geteilt. Ob man nun einen Film mit Freunden diskutiert, seine Lieblingsband hört oder in der Freizeit lieber etwas Poker spielen möchte als zur Arbeit gehen. Diese Automatik kann bei den einfachen Anwendern schnell zu negativen Konsequenzen führen.

Durch die intelligenten Freundeslisten – auch eine Neuerung, die schon eine Weile bei den meisten Usern zu sehen ist – können zwar bestimmte Einschränkungen für bestimmte Freunde gemacht werden; aber die Funktion scheint auf dem ersten Blick unausgereifter als etwa bei Google + (von dem es scheinbar inspiriert wurde). Der Umgang ist sehr verwirrend und kann schnell zu einem Texas Holdem der zufälligen Privatsphäreneinschränkungen bei Leuten führen, die sich nicht erst eine Stunde mit der Anleitung auseinandergesetzt haben.

Die letzte Neuerung umfasst den News-Stream, der bislang in “Top Nachrichten” und “Neueste Nachrichten” aufteilbar war. Diese Teilung übernimmt der smarte News Stream anhand von User-Daten nun selbst und zeigt beispielsweise im Tops News Stream die relevantesten Statusmeldungen an. Diese Relevanz ist vor allem am Verhalten des Facebook-Users bemessen: je öfter er mit spezififischen anderen Mitgliedern interagiert, destö höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass dieser User nun in seinem Top News Stream auftaucht.

All diese radikalen Veränderungen führten in den ersten Wochen bei den Usern (wie immer) zu empörten Aufschreien; allerdings scheint sich die Mehrheit an den neuen Look gewöhnt zu haben, Facebook wächst laut eigenen Angaben weiter.





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